Tag 10: Sesriem Rest Camp – Swakopmund, 346km

Aufstehen ohne Wecker. 6.00 Uhr. Kopfschmerzen vom Vortag weg. Fühle mich topfit. Von der Sonne gefärbte Wolken am Himmel. Frühstücken und Dachzelt zusammen packen.

Fahren bis zur Elim  Dune. Ist nicht so hoch und nur 5km vom Campingplatz entfernt. Auf dem Weg Oryx mit Jungen gesehen. Angeblich dienten sie als Inspiration für Einhörner. Wunderbares Licht. Wieder rot gefärbte Dünen. Sind alleine. Neben Fußabdrücken viele Tierspuren unterschiedlicher Größe. Auch Herzchen. Zumindest sehe ich sie. Von oben tolle Aussicht.

Vor der Weiterfahrt nach Swakopmund duschen in Sesriem. Erstes Zwischenziel ist Solitaire. Soll guten Apfelkuchen geben, aber nicht immer Benzin. Vor Abfahrt Volltanken in Sesriem.

Mir wird bei der Fahrt durch die Wüste nie langweilig. Plötzlich ein Knall. Denke beim Bremsen an die zwei kleinen Italiener und vermute einen Plattfuß. Anhalten, aussteigen, gucken. Kein Platter. Trittbrett losgerissen. Denke: Scheiße. Versuche es festzubinden. Hält nicht. Wagen hält an. Zwei ältere Frauen. Können nicht helfen, aber trotzdem danke. Autovermietung angerufen. Gebe meine Nummer an. Verbindung bricht ab bevor ich fertig bin. Kein Guthaben mehr. Wusste nicht, dass die Prepaid Karte nur 1 Minute hat. Mist.

Überlege, dass Trittbrett komplett abzureißen. Wagen hält an. Lokaler Führer will helfen. Kennt die Straßenverhältnisse, die Autos und die Probleme. Versucht auch Trittbrett festzubinden. Hält auch nicht. Abmachen scheint für ihn ein guter Plan. Trete ein paar Mal gegen die feste Seite. Ab. Völlig verrostet. Wagen ist von 2013. Wie kann das sein?

Guide und ich verstauen Trittbrett in der Ladefläche. Lässt sich nicht mehr schließen. Binden Klappe zu (so gut es geht). Bedanke mich herzlich. Fahren langsam die letzten 15km nach Solitaire. Es gibt eine Tankstelle, einen Shop, ein Cafe, eine Lodge und eine Werkstatt. Drumherum ganz viel Nichts.

Will Autovermietung anrufen. Kann hier kein Guthaben aufladen. Frage im Shop. Schicken mich zur Lodge Rezeption. Junge lässt mich telefonieren. Erkläre Problem. Muss mit Manager sprechen. Will mich umgehend mit Lösung zurückrufen. Aha. Gehen ins Cafe und bestellen berühmten Apfelkuchen. Nach 30 Minuten Rückruf. Soll mit Werkstatt sprechen, ob sie das Trittbrett wieder anschweißen können. Aha.

Gehe zur Werkstatt. Soll Wagen vorfahren. Gegenvorschlag von Deutschnamibier: Schmeiß es weg oder lass es hier. Lässt mich vom Shop telefonieren. Kontakt der Autovermietung muss mit Manager sprechen. Wollen zurückrufen. Frage ob Deutschnamibier aus Hamburg kommt. Ist verdutzt. Zeige auf sein Strandperle-Hamburg T-Shirt. Lacht. Achso. Hat lange in Hamburg gelebt, aber Namibia vermisst. Rückruf. Soll Trittbrett aufs Dach binden und mit nach Swakopmund nehmen. Aha. Sehe Guide. Freut sich, dass wir angekommen sind.

Deutschnamibier ist weg. Werkstattmitarbeiter sagt, dass sie nichts zum Festmachen haben. Soll in Shop nach Seil fragen. Shop versteht nicht was ich will. Zurück zur Werkstatt. Sagt, Shop hat Seil. Zurück zum Shop. Seil ist aus. Wieder zur Werkstatt. Deutschnamibier ist zurück. Holt Seil und Karton. Legen Karton aufs Dach und Trittbrett drauf. Er fängt an zu knoten. Frage ob er Seemannsknoten in Hamburg gelernt hat. Antwortet, dass er keine Knoten kann. Sehr beruhigend. Vor Weiterfahrt noch die Autowracks fotografieren. 2 1/2 Stunden in Solitaire verbracht.

Überqueren den südlichen Wendekreis. Finde Athletic de Bilbao Emblem auf dem Schild. Auch Namibia ist nur ein Stadtteil von Bilbao. Fahrt über den Gaub- und Kuiseb-Pass. Danach nur geradeaus fahren. Kontrollieren zwischendurch ob noch alles auf dem Dach ist.

Es sieht hier aus, wie die zurückgebliebene Landschaft nach dem Braunkohleabbau. Kalter Wind kommt vom Meer. Kurz vor Walvis Bay (Walfischbucht) Sanddünen am Straßenrand. Flamingos in Lagunen inmitten der Dünen. Am Meer entlang weiter nach Swakopmund. Feierabendverkehr. Links das Meer, rechts Sanddünen. Am Strand vereinzelte Siedlungen. Im Meer Bohrinseln und große Schiffe. Vor den Dünen ein Quad-Verleih.

Suchen in Swakopmund nach der Autovermietung. Stoppen bei einer Tankstelle. 4 Tankwarte winken uns aufgeregt an ihre Zapfsäule. Will nicht tanken. Nur eine Auskunft. Sind enttäuscht, aber sehr hilfsbereit. Finden Autovermietung und lassen Trittbrett da. Problem gelöst.

Ankunft im Hotel Prinzessin Rupprecht einem ehemaligen deutschen Spital. Liebenswerte, hilfsbereite deutsch-sprechende Rezeptionistin parkt ihr Auto für uns um und lässt mich telefonieren. Rufe Volker von Magic Vibes an. Hat die Unterkünfte und den Wagen für uns gebucht. Wollten uns hier treffen. Berichte vom Trittbrett. Vermutlich kein Problem. Verabreden uns für Morgen im Tug auf einen Drink.

Spazieren noch ein wenig ans Meer. Werden angesprochen. Möchte keine Nuss mit meinem Namen kaufen. Unangenehm und aufdringlich. Sehne mich nach der Einsamkeit der Wüste. Reservieren am Steg für Morgen einen Tisch im Tug.

Fast unmöglich ohne Reservierung in Swakopmund essen zu gehen. Können in einem Pub an der Theke essen. An der Wand hängen deutsche Karnevalsorden und an der Decke BHs.  Screensaver an der Kasse zeigt leicht bekleidete Frauen. Familie mit Kindern sitzen an der Theke. Bedienung bewegt nun ständig die Maus, damit der Screensaver nicht angeht. Zurück in der Zivilisation.

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By | 2016-11-15T12:45:57+00:00 Oktober 31st, 2016|Reise|0 Comments

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